Philippe Rey in den Gemeinderat

Engagiert und unabhängig – für Wettingen.

s’goht öppis!

Yes, mer chönnes.

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Statement

Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann. Darum habe ich mich nach reiflicher Überlegung entschlossen, für das Amt des Gemeinderates zu kandidieren. Nun bin ich es, seit Januar 2014.

Ich bin bereit. 25 Jahre lang habe ich in der Region Wettingen Arbeitsplätze geschaffen. Die Nachfolgeregelung des eigenen Unternehmens konnte ich rechtzeitig in die Wege leiten, ManRey Übersetzungen ist in neuen Händen. Meine Söhne (Timo, ETH Biologe, Luca, Kunstgeschichte Uni ZH) sind erwachsen, ausgeflogen und studieren, ich möchte nun einen weiteren Beitrag dazu leisten, Wettingen noch attraktiver, noch gesünder, noch altersfreundlicher und noch bürgerInnenfreundlicher mitzugestalten. Vor allem aber: zukünftige Generationen sollen es genau so gut, wenn nicht gar besser als wir haben.

Philippe Rey kann steuern - wählen Sie ihn in den Gemeinderat

Ich bin weder fehlerlos noch unbescholten. Aber ich habe einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, einen eigenen Charakter und sicherlich keine Nullachtfünzehn-Ansichten. Ich bin weder Mitglied einer Partei, noch trage ich Krawatten (einzige Ausnahme: s. Vorderseite...). Ich bin parteilos, aber nicht neutral. Wer mich kennt, weiss, dass ich meine Meinung offen äussere. Als Gemeinderat täte ich dies im Sinne des Gemeinwohls, selbstverständlich. Wie alle Schweizerinnen und Schweizer hatte ich in meinem Leben einige Hochs und Tiefs und ich weiss, wo in diesem Dorf die Schuhe drücken. Mein Vorteil dabei: Keine Lobby quetscht mich, keine Interessengruppe piesakt mich, keine Religion zwickt mich, keine Partei zwackt mich. Ich bin nur ein politisch interessierter Bürger, der seit 40 Jahren in Wettingen lebt und die Zukunft mitgestalten möchte.

Ich war nie Kopfnicker, Mitläufer oder Softie. Ich habe unzählige Vereine in Wettingen gegründet, mitgegründet oder mitgestaltet, etwa als Präsident vom Quartierverein Altenburg, Mitgründer Verein Kino Orient, Kinderkrippe Chinderschlössli, Präsident Seminarturnverein STV Wettingen, Gründer Genossenschaft Kanzlerhäuser, Vorstand Ateliergemeinschaft Spinnerei, Gründer Sportverein Kanzlerflosse usw. Meine Meinung ist mittlerweile auch national gefragt: zum Beispiel war ich Mitglied Jury „Swiss Photo Award“ …

Das Leben ist hart, aber unfair und ja, manchmal habe ich grosse Lust auf grobe Flüche.

Gopfertorinomoll. Während dem Studium habe ich im Jelmoli Klos gereinigt. Jahrelang. Das war nicht schön, aber es musste sein. Ich weiss, dass das Leben voller Widersprüche ist, und dass man sich seinen Weg suchen muss. Statt jedoch die Faust im Sack zu machen, habe ich überall da angepackt, wo ich etwas bewirken und ändern konnte. Das ist in Wettingen möglich, und so soll es auch bleiben. Jahrelang habe ich im Ausland gelebt und gearbeitet – das hat mich Wettingen noch mehr schätzen gelernt. Ich weiss, dass jede Münze zwei Seiten hat, dass es nicht immer nur schwarz oder weiss gibt. Ich bin ein bisschen grün, aber ich fahre auch gerne Töff. Ich bin ein bisschen rot, aber der Sozialstaat geht mir zu weit. Ich bin ein bisschen schwarz, aber ich könnte nie als Papst kandidieren. Ich weiss um die Knappheit unserer Ressourcen – schon seit 1984, übrigens: ich habe jahrelang an einem alltagstauglichen Solarmobil mitgearbeitet und weiss, dass Alternativen nicht so einfach zu finden sind. Kurzum: Ich weiss, wo Gott hockt, ich habe Bodenhaftung und dennoch grosse Träume für meine Umgebung. Das hatte ich immer schon. Ich liebe Wettingen und ich will als Gemeinderat etwas bewirken.

Wählen Sie mich wieder. Ich werde alles Menschenmögliche dazu beitragen, unser Dorf noch attraktiver mitzugestalten.

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Persönliches

rey-portrait
Philippe Rey:
Gemeinderat, Ressort Bildung 2014-2017. Bis 2016 Texter/Konzepter bei GEYST AG, is 2015 Marketingleiter bei Comtexto AG. Dipl. Übersetzer/Dolmetscher. Seit 2015 Neugründung einer Firma geistrey.ch GmbH.

Alb Zwyssig Str 32, Wettingen Philippe.rey57@bluewin.ch, 079 589 82 70

Galerist (Galerie Römerapotheke Zürich)
Beruf:
Dipl. Übersetzer, Dolmetscher, dipl. Texter, Konzepter
Bisher (Auszug):
Kulturmanager (300 Konzerte organisiert, rund 30 Festivals), Geschäftsführer Stiftung Alte Kirche Boswil, Geschäftsführer Stiftung Obere Mühle Dübendorf, Leiter Stadtgalerie Dübendorf (immer noch Mitgl Atelierkomm.)
Geburtsdatum:
29. März 1957
Zivilstand:
Geschieden. 2 Kinder (Timo Jg. 89 und Luca 92)
Wohnort:
Wettingen – seit 1973
Kindheit:
Kindheit in Rolle (VD) und in Muhen (AG), Schulen in Muhen und Schöftland, Lehrerseminar Wettingen, Highschool in Madison, Wisconsin (USA), Dolmetscherschule Zürich, SAWI (Texter/Konzepter), KLZ (Buchhaltung als Managementinstrument), SAWI (Sponsoring für NPO), Uni Freiburg (Fundraising NPO)
Hobbies:
Carving/Skilaufen, Schwimmen, Musik, Jassen, Zopf backen, Gitarre, Kunst sammeln
Funktionen ab 1968:
Pfadileiter, Bandleader „Northstreet 75“ Dixieland, Banjo in Homevally 69 Diexieband Wettingen, Bandleader „Fil Cnopff & his Locomotive“, Pressesprecher „AFS Students Abroad“ in USA, Regional Chief AFS International, Auswahlkommission, Hauslehrer und Musiklehrer in Lagos, Nigeria, Journalist in Thailand, Philippinen, USA, Erste Rockbeiz an der Badenfahrt, Präsident Studentenvereinigung an DOZ, Weltmeisterschaftstitel Solarmobil mit "Mata Hari", Geschäftsf. Stiftung Alte Kirche Boswil, Inh. Textagentur R&R in Biel. 1988– 2013 Inhaber/Geschäftsführer Übersetzungsbüro ManRey, 2013 Verkauf ManRey, seit 1.4. Marketingleiter bei comtexto AG.
Sonstiges ab 1978:
Ateliergemeinschaft Spinnerei, Gründer der Kulturbeiz, "Bären" Veltheim, Caritas Lehrer für Vietnam-Flüchtlinge im Toggenburg, Gründer Jazzclub Nigeria, Hauslehrer in Lagos, Nigeria, Leiter Stadtgalerie Dübendorf, Programmdirektor Festival In Guitar, Swiss Backgammon Ass., Schweizermeisterschaften, Jazzperformance Kulturweg Wettingen Kommunikation für Schlosshotel Castell in Zuoz, Manager Filmprojekt Berlin die Sinfonie der Grossstadt. Zusammenarbeit mit New Orleans Heritage Festival, Kommission Kunst im öffentl. Raum Stadt Dübendorf, Nachwuchswettbewerb Gitarre in Lausanne, Mithilfe Rock- und Blues-Programm Rest. Inox Baden, Konzerte für den Event Reithalleluja, Blue Balls Kaufleuten, Beratung Galerie Pacificart und Te Paua Shop, Zug, Filmprojekt "Pane per tutti - una ballata per Roma" usw.
Mitgliedschaften und Ausserberufliches:
Mitgründer Härdöpfuchäller Schöftland, Präsident Seminarturnverein STV Wettingen, Mitgründer Folklore Village, Wisconsin, USA, Gründer Kulturbeiz Bären, Veltheim, Gründer Genossenschaft Kanzlerhäuser mit Michael Lauber, Mitgründer Jazzclub Lagos, Nigeria, Gründer mit Christine Meier Rey Kinderkrippe Baden (Kronengasse), Gründer mit Christine Meier Rey Chinderschlössli Wettingen, Gründer Schw. E-Gitarren-Verband (Sitz in Lausanne), Gründer Sportverein Kanzlerflosse / Kanti Wettingen, Gründer Swiss Backgammon Association, Beratung Kuratorium Aargau Musik, Skilehrer mit Behinderten aus Wettingen, Mitgründer Kino Orient Wettingen, Mitgründer Musikervereinigung Baden, OK Präsi 100 Jahre QV Altenburg, Präs. Quartierverein Altenburg Langenstein bis 2009, Vorstand Music Club Inox, 2004-2008 Mitglied Gewerbeverein Chreis 4, Zürich, 2008-2012 Revisor Verein Die Zürcher Galerien, (immer noch) Mitglied Freunde alter Motorräder, (immer noch) Vorstand Verein Kino Orient, Wettingen, (immer noch) AH Mitglied Altherrenverband STV Wettingia, (immer noch) Mitgl. Dolmetscher- Übersetzerverband, 2008, 2012 Die Andere / Hai / Badenfahrt 2008,12, Gewinner des Swiss Translators and Interpreters Short Story Award 2011 mit „Und manchmal aus der Glungge“, Projekt Villa Renata Basel usw.
Ausserdem:
war immer wieder zu haben für Dinge wie Skilehrer für Blinde in St Moritz, Skilehrer für Jugendriegeler auf dem Oberberg, Organisation Kinderflohmarkt Altenburgschulhaus, Kreuzworträtsel für diverse Bulletins, Führungen durch das Kloster als Seminarist, Jassturniere mit Freunden, Engagement für die Malzfabrik Berlin, Förderung junge Künstler, Beiträge für Schweizer Monatshefte, Bäume pflanzen im Tessin, Bäume pflanzen in Bali usw
Politische Ausrichtung:
Gradaus. Nix links, nix rechts, gradaus. S’muess öppis goh!

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Über die Politik

In unserer westlichen modernen, hochtechnologischen und komplexen Gesellschaft gibt es eine Vielzahl von mehr oder weniger formalen Gruppierungen, die am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und auf dieses Einfluss haben: Staat, Verbände, Vereine, Kirchen, Unternehmen, Parteien und diverse Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie eine unüberschaubare Zahl anderer Nicht-Regierungs-Organisationen, Tools, und ja, auch Social Media. Während sie allesamt einst mit dem Ziel ins Leben gerufen wurden, im positiven Sinne für das „Gemeinwohl“ zu sorgen, dem Individuum Raum zu verschaffen und gleichzeitig strukturelle Vorteile zu generieren, bewirken ebendiese Gruppierungen eine zunehmende Abkehr vom Bewusstsein für das Kollektive. Einer der Gründe ist das zunehmend abhanden gekommene Verantwortungsbewusstsein.

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Ausser beim Zappen vor dem Fernseher, beim Stammtischgespräch oder beim Konsumieren ist die kausale Beziehung des Einzelnen zu einem Handlungsergebnis immer weniger feststellbar. Selbst beim aktiven Papierbündeli machen, Glasrecyclen oder Velo-statt-Auto-benutzen ist man zunehmend verunsichert, ob das überhaupt einen Einfluss auf irgendwas hat oder nicht. Und für den Rest ist man ja eh versichert. So wird Verantwortung zunehmend abgegeben an andere. Sollen die es richten. Tun sie es dann nicht, ist man nicht selber schuld und trägt daher auch keine Verantwortung. Leicht einsichtig wird das Problem bei der Politik. Einst ein Privileg für Wenige, sind wir im Begriff, diese Freiheit wissentlich abzugeben zugunsten eines kurzfristigen Denkens. Politik ist doof, die in Bern machen sowieso was sie wollen, alle kennen sie, keiner mag sie: die Politikerinnen und Politiker. Ihre hervorstechenden Merkmale sind jedem politisch Interessierten hinlänglich bekannt. Unsere Politiker, so heisst es auch 2013 in Wettingen, seien unfähig und entscheidungsschwach, mit den drängendsten Problemen würden sie nicht fertig und Visionen hätten sie auch keine. Von der Gesellschaft und ihren Anliegen hätten sie sich abgekoppelt und ohnehin nur ihr eigenes Wohl oder das einer Partei, einer Lobby oder einer spezifischen Interessengruppe im Kopf. So einfach ist das jedoch nicht.

Jeder Bürgerin, jedem Bürger, der sich für ein politisches Amt einsetzt, gebührt nicht nur Respekt, sondern auch Achtung, denn er oder sie ist willens, ebendieses verschwindende Bewusstsein für Verantwortung zu übernehmen, sich zu exponieren und für einen relativ bescheidenen Lohn viel zu leisten. Politische Führung ähnelt beinahe der Quadratur eines Kreises, Politiker müssen sich gleich ein ganzes Bündel verschiedenster, miteinander bisweilen auch kollidierender Fertigkeiten aneignen. Sie brauchen Entscheidungskompetenz und müssen Probleme wie Lösungswege rasch erfassen können, wozu ein feines Gespür für das richtige Timing, Selbstvertrauen und Entschlussfreude notwendig sind.

Im September 2013 besteht die grossartige Möglichkeit, Einwohnerrat, Gemeinderat und Gemeindeamman zu wählen. Treffen Sie Ihre Wahl, schreiben Sie Ihre Kandidatin, Ihren Kandidaten auf den Wahlzettel und vergessen Sie nicht, Philippe Rey in den Gemeinderat zu wählen. S’muess öppis goh, gopf!

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In der Regel folgt auf Wenn _ erst ein so, und dann ein Denn oder: Gemeinderat sein ist das Gegenteil vom Konjunktiv

Jeden Tag begegnen wir ihm, wir benutzen ihn bei jeder Gelegenheit, besonders in der Schweiz ist er sehr beliebt: der Konjunktiv. Während am deutschen Kiosk nach der klaren Aussage „einen Kaugummi, den Spiegel und ein Wasser bitte“ sofort eine Handlung erfolgt, quält sich die Schweizerin mit „hätten Sie mir ...“ herum. Der Konjunktiv aber, auch Möglichkeitsform oder Subjunktiv genannt, (engl. subjunctive mood, frz. Subjonctif) der häufig bei Wünschen, Bitten und Aufforderungen sowie in der indirekten Rede angewendet wird verunsichert, wirkt zögerlich. Warum könnten, wenn Sie können? Zögernde Formulierungen lösen Skepsis und Misstrauen aus. Oder, wie Wilhelm Busch (1832 – 1908) meinte: In der Regel folgt auf Wenn/ Erst ein So und dann ein Denn. Genau dies wollte ich schon mein ganzes Leben lang vermeiden – und habe mich darum entschlossen, Gemeinderat zu werden. Als Gemeinderat muss man von Amtes wegen einen Bogen um den Konjunktiv machen und sich jede Woche mit einer klaren und selbstbewussten Ausdrucksweise entscheiden: für dies, gegen jenes, und dies in einem kollegialen Umfeld von 7 Gemeinderäten/innen, die alle am gleichen Strick ziehen: für Wettingen nämlich. Nix wenn, würde, könnten, wären, würden, möchten. Kurzum: Ich bin zwar noch nicht lange im Amt, und eigentlich dürfte, sollte, möchte ich erst nach 4 Jahren eine Bilanz ziehen, doch schnell ist die Zeit, kurz das Leben, und drum sei es an dieser Stelle gesagt: wer sich für und in der Politik engagiert, kann auch etwas bewirken.

Philippe Rey für das Bulletin des Quartierverein Langenstein Altenburg, 2015


It’s only Rock&Roll

Als ich 1975 das Stück „Let it be“ spielte, dauerte es zwei Minuten, bis ein Klavierlehrer ins Klavierzimmer stürmte, den Klavierdeckel zuwarf und mich zu zwei Nachmittagen Putzdienst verbrummte. Schreck! Das sei Tschessmusik, und damit mache man das Klavier kaputt. Musiklernende sind heute besser dran.

Zunächst ist musikalische Toleranz selbstverständlich geworden. Ob Oper, Loveparade, Tonhalle oder Rockfestival – erlaubt und gefördert wird fast alles, was musikalische Klänge generiert, am Radio, im Internet und in den Musik- und Instrumentenläden hat jede Sparte ihren Platz. In diesem Sinne haben Musiklernende die Qual der Wahl – sofern sie diese denn suchen. Denn mittlerweile hat der Konsum von Musik dem Spielen von Musik längstens den Rang abgelaufen. Zum Teil ist das gesellschaftliche Umfeld hierfür verantwortlich, denn das Fach Musik hat bei Eltern, Schülern und Politikern einen zunehmend geringen Stellenwert: Stunden werden gestrichen, Lehrpersonen müssen Räume organisieren, das Fach Musik wird abgewählt oder nicht mehr angeboten. Musikalische Sozialisation beschränkt sich zunehmend auf den Konsum eines kleinen Ausschnittes populärer Musik. Da wird die Rolle einer Musikschule zunehmend wichtig. Wettingen hat eine seit mehr als 25 Jahren bestens funktionierende Musikschule und ist stolz darauf. Wir laden Sie ein, sich ein Bild von der MSW zu machen und sich inspirieren zu lassen. Vielleicht besuchen Sie wieder einmal ein Konzert, schicken Ihre Kinder zum Musikunterricht oder, wer weiss, nehmen wieder einmal die unter dem Bett verstaute Gitarre hervor und zupfen an den Saiten. Es ist mittlerweile auch nicht mehr verboten, Rock&Roll zu spielen.

Philippe Rey, Präsident der Musikschulkommission, für den „Schulspiegel“, 2015


„con sostenuto“: Trittst im Morgenrot daher und die Musikschule

Seit der Klostergründung ist in Wettingen das Thema Musik omnipräsent. Bereits die Zisterzienser sangen innig Choräle. Ebenfalls im Zusammenhang mit dem Kloster entstand der Schweizerpsalm (französisch Cantique suisse), die Nationalhymne der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Das Lied wurde 1841 von Alberich Zwyssig, einem Zisterziensermönch des Klosters Wettingen, zu einem Text von Leonhard Widmer komponiert. Zwyssig wählte den Messegesang Diligam te Domine (auf Deutsch: «Ich will Dich lieben Herr») und gab ihm den heute bekannten Namen Schweizerpsalm. Im Jahre 1961 beschloss der Bundesrat, dass der Schweizerpsalm als eine unverwechselbare und rein schweizerische, man könnte sagen rein Wettinger Schöpfung anzuschauen sei und deshalb als provisorische Nationalhymne zu gelten habe. Nach einer Probezeit sprachen sich sechs Kantone gegen und zwölf für die neue Hymne aus, während sieben für eine verlängerte Probezeit plädierten. 1965 wurde der Schweizerpsalm vorläufig als Nationalhymne anerkannt. Zur Erinnerung:

Trittst im Morgenrot daher, seh’ ich dich im Strahlenmeer, Dich, du Hocherhabener, Herrlicher! Wenn der Alpenfirn sich rötet, Betet, freie Schweizer, betet! Eure fromme Seele ahnt – Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.

Doch Wettingens Musikleben ist auch in anderen Bereichen aktiv gewesen – und bis heute geblieben: Von 1931 bis 1973 hat Karl Grenacher die musikalische Ausbildung der Wettinger Seminaristen geprägt und damit eine ganze Generation von Lehrern auf höchstem Niveau gebildet. Als Gründer der „Wettinger Sommerkonzerte“ war er zudem von 1935 bis 1983 verantwortlich für mehr als 300 Konzerte. Darüber hinaus war Grenacher ein begabter Pianist und begleitete Sängerinnen und Sänger wie Ilona Durigo, Helene Fahrni, Agnes Giebel, Hedi Graf, Elisabeth Zinniker, Ernst Häfliger, Arthur Loosli, Juliues Patzak und viele andere. Bis heute (wo das Seminar allerdings Kantonsschule heisst) hat diese musikalische Tradition nicht nachgelassen. Oliver Schnyder, Pianist mit internationalem Renommee, war Kantischüler in Wettingen, der Gitarrist Martin Pirktl auch, die Violonistin Franziska Frick ebenfalls. Eine ganze Reihe berühmter Jazzmusiker ging daraus hervor, etwa Ueli Angstmann, Urs Blöchlinger, Christoph Baumann usw. Es war deshalb nicht erstaunlich, dass man vor 25 Jahren beschloss, in Wettingen eine eigenständige und von Baden unabhängige Musikschule zu gründen. Eine Arbeitsgruppe (Schulpflege, Bezirksschule und Gemeinderat) schlug vor, eine eigene Musikschule zu gründen. Das vom Einwohnerrat am Dezember 1989 genehmigte Reglement wurde von Heiner Studer geschrieben. Nach der Genehmigung durch den Einwohnerrat bezeichnete die Schulpflege Dr. Franz Hard als ihren Vertreter in der Kommission, und er präsidierte 1990 bis 2009 die MSK. Mittlerweile ist die Musikschule ein Vierteljahrhundert alt – 25 Jahre lang Musikschule, 500 bis 800 Schülerinnen und Schüler, das ist viel Musik....

Text für Jubiläumsbroschüre 25 Jahre Musikschule


Rede im Einwohnerrat zum Rat Postulat 2015 12 21, Blasmusik

Erlauben Sie mir, dass ich etwas aushole.

1. Zwei Einleitungen

Eine ETH Studie (basierend auf einer Untersuchung von 1500 Sportvereinen / Studie von Lamprecht Murer Stamm) besagt auf Seite 31: „Die Individualisierung und der Wertewandel führen zu einer Abnahme von Gemeinsinn und sozialen Bindungen. Die Menschen wollen lieber alleine Kegeln oder Schwimmen als in einer organisierten Gruppe. Wer will und kann sich noch jeden Dienstagabend in der Turnhalle treffen? Die Bevölkerung ist polyaktiv geworden und stets auf der Suche nach Neuem“.

Am 17.7.2015 erschien im Bund ein Interview zum Thema Vereinssterben, in dem auch der CVP Präsident Darbelley zitiert wird. Der Soziologieprofessor Markus Freitag meint da: „Musikvereine und Chöre haben in den letzten Jahren verbreitet Mitglieder verloren.“ Der Grund: „Starre Strukturen ohne Mitspracherecht wirken oft abschreckend.“ Soviel zu Strukturwandel und Zeitgeist in der Schweiz. Nun zu Wettingen:

2. Drei Wettinger Realitäten

Im Juni 2014 musste ich der Tambourenvereinigung Wettingen schreiben, dass es leider nicht möglich und leider auch nicht unsere Aufgabe sei, für Mitglieder zu werben.

Am 21. April 2016 stand in der AZ zu lesen: „Untergang mit Pauken und Trompeten. Die Spielgemeinschaft Würenlos/Neuenhof, die 2005 aus der Fusion der Musikgesellschaften Würenlos und Neuenhof entstanden war, löst sich auf.“ Warum? Mitgliederschwund.

Im Herbst 2015 wurden die musikalischen Aktivitäten der Jugendmusik Wettingen eingestellt und das Korps aufgelöst. Warum? Mitgliederschwund.

3. Vier Argumente zum „Postulat Zukunft der Blasmusik“

Aus dem selben Einwohnerrat, der am 15. Oktober 2015 mit 25 gegen 20 Stimmen beschloss, den Musikschule-Budgetposten Nr 2140.4231.00 um 33'500 Franken zu reduzieren, ja teilweise von den selben Leuten, kommt jetzt nach dem Motto „besorgte Eltern“ und „Freunde der Blasmusik“ der absolut unmusikalisch formulierte Wunsch, die Musikschule solle sich doch bitte um die Zukunft der Blasmusik kümmern. Da lachen die Trompeten!

a) Die Schule verwahrt sich dagegen, dass ihr inhaltlich Aufträge erteilt werden. Man stelle sich vor: der Sanitärverband bittet die Werklehrer, man solle doch mehr Röhrli biegen damit das Interesse am Beruf Sanitär wächst? Der Trachtenverein bittet die Lehrerinnen um mehr Jodeln damit der Verein Nachwuchsprobleme lösen kann? Der Musiklehrer solle mehr trümele damit der Tambourenverein mehr Mitglieder erhält? Die ABB bittet, darum, mehr Mathematik an der Oberstufe zu lehren, damit der Ingenieurnachwuchs gewährleistet bleibt? So geht das nicht, meine Damen und Herren.

b) Aber: Das Postulat wird entgegengenommen, weil Musikbildung in Wettingen im allgemeinen sowie im besonderen bezüglich Blasmusik wichtig ist. Dass dem so ist, beweist der Umstand, dass schon seit 2010 ein Leistungsvertrag zwischen Musikschule und Jugendmusik bestand...

c) Das Musikkorps ist gestorben, offenbar mangels Interesse wurde es auch nicht wiederbelebt. Aber: wenn es möglich ist, einen genauen Leistungsumfang zu definieren, wenn genügend interessierte Jugendliche gefunden werden können, wenn eine geeignete Lehrperson zur Verfügung steht und vor allem: wenn dieser Einwohnerrat unserem Budget folgt, dann können wir in der Musikschule ein Pilotprojekt lancieren und unser Bestes geben, um der Blasmusik bei der Zukunftsgestaltung behilflich zu sein. Nebst dem üblichem Auftrag notabene, den anderen 800 Schülerinnen und Schülern den gewünschten Instrumentalunterricht zu bieten. Es gibt ja auch noch Schlagzeug, Gitarre und einige andere Instrumente...

d) Wenn alles rund läuft, inklusive Stellenausschreibung, Genehmigung durch das Volk im November usw, dann, nur dann kann die Musikschule Ensemble-Unterricht mit Schwerpunkt Blasmusik anbieten. Aber erst ab Schuljahr respektive Schulbeginn 17/18.

Wir erarbeiten ein Konzept, ein Budget und den Leistungsumfang und werden das zu gegebener Zeit budgetieren. Wenn es dann so weit ist und vorgelegt wird, bitte ich um Zustimmung fürs Budget der Musikschule. Musik ist Trumpf, und Blasmusik gehört dazu. Es lebe die Blasmusik.


Rede zum Abschied der beiden Schulleiterinnen der HPS, Juni 2016

Liebe Alle. Der Gemeinderat entbietet allen einen sommerlichen und sonnigen Gruss.

Letztes Jahr an dieser Stelle habe ich über Kopf, Herz und Hand geredet. Anlässlich der letzten Poesie-Sitzung im Gemeinderat haben wir darum folgendes Gedicht entwickelt. Es geht um eine Welle: Die Limmat-HPS-Welle ! in 33 Zeilen

Ohne Wort, ohne Wort,
rinnt das Wasser immerfort.
Andernfalls, andernfalls,
gäbe es nichts anderes als
Wüste, Lärm und ein Geschrei
Und das wäre auch nicht neu.
Dieses zeigt, dieses zeigt,
dass das Wasser besser schweigt.

Hingegen möchte ich an dieser Stelle
Berichten über eine Welle, eine Ma-Ma-Welle.

Die Limmat – und das wissen wir –
Hört niemals auf, nicht gestern und nicht hier.
Es gibt jedoch zwei Flüsse, die die Mühle
HPS getrieben haben, mit Gefühle!
Und drum, an dieser Stelle,
berichte ich von ebendieser Welle.

Margrit und Madlen, die beiden,
mussten manchmal leiden:
Für die HPS, die Kinder und Wettingen.
Doch durften sie auch singen,
lachen, heilen, herzen
rechnen, schwitzen, scherzen.

Viele viele Jahre, Ehrewort
Trieben sie der Schule Wasser, immerfort!
SPF, HPS, Gemeinderat und mehr
Wir danken alle sehr!
Für Einsatz, Engagement und alle Wellen,
die Ihr geschlagen habt, Ihr Elle-n.

Danke, Dank heisst dieses Wort,
mit dem wir an Euch denken, immerfort.
So gehet nun dahin, und bleibet munter,
im Wissen, dass das Wasser runter,
und weiter fliesst, die Limmat runter.

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